BFSG & WCAG 2.2 Digitale Barrierefreiheit

Alles zum Barrierefreiheitsstaerkungsgesetz (BFSG) und WCAG 2.2. Machen Sie Ihre Website fuer alle Menschen zugaenglich - es ist Pflicht und Chance zugleich.

28.06.2025 BFSG-Deadline
7,8 Mio. Betroffene in DE
WCAG 2.2 AA-Standard
100% Unserer Sites konform
WCAG 2.2 AA konform
100% unserer Sites barrierefrei
BFSG-Deadline beachten
Wichtige Termine

BFSG-Timeline: Diese Daten muessen Sie kennen

Das Barrierefreiheitsstaerkungsgesetz hat klare Fristen. Hier die wichtigsten Termine im Ueberblick.

23.09.2024

EU-Webrichtlinie fuer oeffentliche Stellen

Alle Websites oeffentlicher Einrichtungen muessen bereits seit 2024 barrierefrei sein. Mobile Anwendungen folgten kurz darauf.

28.06.2025

BFSG tritt vollstaendig in Kraft

Das Barrierefreiheitsstaerkungsgesetz verpflichtet alle B2C-Unternehmen zur digitalen Barrierefreiheit. Websites, Apps und elektronische Dokumente muessen WCAG 2.1 AA erfuellen.

Ab 2025

Bussgeld-Risiko bei Verstoessen

Unternehmen, die die Anforderungen nicht erfuellen, riskieren Abmahnungen und Bussgelder bis zu 100.000 Euro. Pruefbehoerden werden aktiv.

2030

Verschaerfung erwartet

Die EU plant eine Verschaerfung der Richtlinien. WCAG 2.2 und erweiterte AAA-Anforderungen werden wahrscheinlich verpflichtend.

WCAG-Grundlagen

Die 4 WCAG-Prinzipien im Detail

WCAG 2.2 basiert auf vier grundlegenden Prinzipien (POUR). Jede barrierefreie Website muss alle vier erfuellen.

Wahrnehmbar

(Perceivable)

Alle Informationen und Benutzeroberflaechen-Komponenten muessen so praesentiert werden, dass Nutzer sie wahrnehmen koennen. Dies umfasst Textalternativen fuer Bilder, Untertitel fuer Videos, ausreichende Farbkontraste und anpassbare Textgroessen. Menschen mit Seh- oder Hoerbehinderungen muessen alle Inhalte erfassen koennen.

WCAG-Kriterien

  • 1.1 Textalternativen fuer Nicht-Text-Inhalte
  • 1.2 Untertitel und Audiodeskription fuer Videos
  • 1.3 Anpassbare Darstellung ohne Informationsverlust
  • 1.4 Unterscheidbarkeit (Kontrast, Textgroesse)
Alt-Texte fuer Bilder Video-Untertitel 4.5:1 Kontrast Skalierbare Schriften

Bedienbar

(Operable)

Alle Funktionen muessen ueber verschiedene Eingabemethoden nutzbar sein. Tastaturzugaenglichkeit ist essentiell, da viele Menschen keine Maus nutzen koennen. Ausreichend Zeit fuer Interaktionen, keine Inhalte die Anfaelle ausloesen koennen, und klare Navigation sind Pflicht.

WCAG-Kriterien

  • 2.1 Alle Funktionen per Tastatur bedienbar
  • 2.2 Ausreichend Zeit fuer Nutzerinteraktionen
  • 2.3 Keine Inhalte die Anfaelle ausloesen
  • 2.4 Navigierbar (Fokus, Ueberschriften, Links)
Tab-Navigation Skip-Links Fokus-Indikatoren Keine Auto-Play Videos

Verstaendlich

(Understandable)

Informationen und Benutzeroberflaechen muessen verstaendlich sein. Dazu gehoeren lesbare Texte, vorhersehbares Verhalten der Website, und Hilfestellung bei Eingabefehlern. Die Sprache muss klar sein, Abkuerzungen erklaert werden, und Formulare muessen hilfreich bei Fehlern sein.

WCAG-Kriterien

  • 3.1 Lesbarkeit (Sprache, Abkuerzungen)
  • 3.2 Vorhersehbarkeit der Navigation
  • 3.3 Eingabehilfe (Fehlervermeidung, -korrektur)
Einfache Sprache Konsistente Navigation Formular-Validierung Fehlermeldungen

Robust

(Robust)

Inhalte muessen robust genug sein, um von verschiedenen Benutzeragenten, einschliesslich assistiver Technologien, interpretiert werden zu koennen. Korrekter HTML-Code, ARIA-Labels und semantische Struktur sind essentiell fuer Screenreader und andere Hilfsmittel.

WCAG-Kriterien

  • 4.1 Kompatibilitaet mit aktuellen und zukuenftigen Technologien
  • 4.1.1 Syntaxfehler-freier Code
  • 4.1.2 Name, Rolle, Wert fuer UI-Komponenten
Valides HTML ARIA-Labels Semantische Tags Screenreader-Tests
Wissensbereich

Barrierefreiheit verstehen und umsetzen

Vom Grundlagenwissen ueber technische Anforderungen bis zur praktischen Umsetzung.

Haeufige Fragen zu BFSG & Barrierefreiheit

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Die Zeit draengt - Handeln Sie jetzt!

Am 28. Juni 2025 tritt das BFSG vollstaendig in Kraft. Lassen Sie Ihre Website jetzt pruefen und vermeiden Sie Bussgelder.

Häufige Fragen zur Barrierefreiheit

Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen. Weitere Fragen? Kontaktieren Sie uns

Was ist WCAG und welche Stufe muss meine Website erfüllen?

WCAG (Web Content Accessibility Guidelines) sind internationale Richtlinien für barrierefreie Websites:

  • Level A: Minimale Barrierefreiheit – absolute Basics
  • Level AA: Standard für öffentliche und kommerzielle Websites – vom BFSG gefordert
  • Level AAA: Höchste Stufe – für spezielle Anforderungen (Behörden, Bildung)

WCAG 2.1 Level AA beinhaltet:

  • Kontrastverhältnis 4.5:1 für normalen Text
  • Tastaturnavigation für alle Funktionen
  • Alternativtexte für alle Bilder
  • Untertitel für Videos
  • Keine rein visuelle Informationsvermittlung

Prüfung: Automatische Tools finden ~30% der Probleme, manuelle Prüfung notwendig für vollständige Compliance.

Wie mache ich meine Website für Screenreader zugänglich?

Screenreader lesen Websites für blinde/sehbehinderte Nutzer vor. Für Kompatibilität:

  • Semantisches HTML: Korrekte Verwendung von <header>, <nav>, <main>, <article>, <footer>
  • Überschriften-Hierarchie: H1 → H2 → H3 ohne Sprünge
  • Alt-Texte: Beschreibende Texte für alle Bilder (nicht "Bild1.jpg")
  • ARIA-Labels: Für interaktive Elemente ohne sichtbaren Text
  • Formulare: Labels mit for-Attribut verknüpft, Fehlermeldungen zugänglich
  • Skip-Links: "Zum Hauptinhalt springen" für schnelle Navigation

Testen: Mit echtem Screenreader (NVDA kostenlos, VoiceOver auf Mac/iOS) oder Browser-Extensions.

Unser Ansatz: Barrierefreiheit von Anfang an einplanen, nicht nachträglich flicken.

Warum ist Tastaturnavigation wichtig und wie setze ich sie um?

Tastaturnavigation ist essentiell für:

  • Motorisch eingeschränkte Nutzer: Können keine Maus bedienen
  • Power-User: Arbeiten schneller mit Tastatur
  • Screenreader-Nutzer: Navigieren mit Tastatur

Umsetzung:

  • Tab-Reihenfolge: Logische Reihenfolge von oben nach unten, links nach rechts
  • Fokus-Indikator: Sichtbarer Rahmen um fokussiertes Element (nie outline: none!)
  • Skip-Links: Direkt zum Hauptinhalt springen
  • Dropdown-Menüs: Mit Pfeiltasten bedienbar
  • Modale Dialoge: Fokus wird gefangen, Escape schließt
  • Keine Tastatur-Fallen: Nutzer muss Element wieder verlassen können

Test: Komplette Website nur mit Tab, Enter, Pfeiltasten und Escape bedienen – geht das?

Was kostet es, eine Website barrierefrei zu machen?

Die Kosten hängen vom Ausgangszustand ab:

  • Neue Website (von Anfang an barrierefrei): +10-20% auf normale Entwicklungskosten
  • Bestehende Website anpassen: Je nach Umfang 2.000€ bis 15.000€+
  • BFSG-Audit: Vollständige Prüfung nach WCAG 2.1 AA ab 980€
  • Laufende Überwachung: Ab 89€/Monat für automatisierte Tests + manuelle Stichproben

Typische Maßnahmen:

  • Kontraste verbessern: 2-4 Stunden
  • Alt-Texte ergänzen: 10-30 Minuten pro Bild
  • Tastaturnavigation optimieren: 4-8 Stunden
  • Formulare zugänglich machen: 2-4 Stunden pro Formular

ROI-Rechnung: Barrierefreiheit erreicht 10-15% mehr potenzielle Kunden und verbessert SEO – die Investition zahlt sich aus.

Wie kann ich testen, ob meine Website barrierefrei ist?

Barrierefreiheit testen erfordert automatische und manuelle Prüfung:

Automatische Tools (finden ~30% der Probleme):

  • WAVE: Browser-Extension, zeigt Fehler direkt auf der Seite
  • axe DevTools: Chrome-Extension für Entwickler
  • Lighthouse: In Chrome DevTools integriert, Accessibility-Score
  • Pa11y: Kommandozeilen-Tool für automatisierte Tests

Manuelle Tests (essentiell):

  • Tastaturtest: Können Sie alle Funktionen nur mit Tastatur bedienen?
  • Screenreader-Test: NVDA (Windows), VoiceOver (Mac/iOS)
  • Zoom-Test: Ist die Seite bei 200% Zoom noch nutzbar?
  • Farbenblindheits-Simulation: Tools wie Colorblindly

Unser Audit: Vollständiger WCAG-2.1-AA-Check mit detailliertem Maßnahmenplan.

Sind Accessibility-Overlay-Widgets eine gute Lösung?

Kurze Antwort: Nein. Accessibility-Overlays (wie AccessiBe, UserWay, AudioEye) versprechen Barrierefreiheit per JavaScript-Widget, liefern aber nicht:

  • Keine echte Konformität: Overlays können strukturelle HTML-Probleme nicht lösen
  • Screenreader-Probleme: Viele Overlays stören die Navigation mit Screenreadern
  • Rechtliche Risiken: Unternehmen wurden trotz Overlay-Nutzung verklagt
  • Performance-Einbußen: Zusätzliches JavaScript verlangsamt die Website
  • Falsches Sicherheitsgefühl: Overlay suggeriert Barrierefreiheit ohne echte Verbesserung

Die richtige Lösung: Barrierefreiheit von Grund auf in Design und Entwicklung einplanen. Semantisches HTML, korrekte ARIA-Labels, ausreichende Kontraste – das kann kein Widget nachträglich reparieren.

Unsere Position: Wir empfehlen keine Overlay-Widgets und bauen Websites von Anfang an barrierefrei.

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